Secret Motion spendet 700 Euro für Stiftung – Mutter einer Tänzerin war betroffen

Bad Sobernheim/Simmertal. 

Mitte Oktober ergriffen junge Frauen der Showtanzgruppe Secret Motion aus Simmertal die Initiative, bei einemTanzwettbewerb Spenden für die Bad Sobernheimer Gernot-Bohn-ALS-Stiftung zu sammeln.

Ein Scheck in Höhe von 700 Euro konnte daher jetzt in der VfL-Turnhalle in Simmertal offiziell überreicht werden.

Natalie Fuhr (28) von den Secret Motions verlor 2017 ihre Mutter an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), eine bisher nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Betroffene erleiden nach und nach einen Verlust

sämtlicher Muskelfunktionen, weshalb die Bewegungsfreiheit fortschreitend abnimmt. 

Im Laufe der Erkrankung fällt es den Betroffenen zunehmend schwer, zu schlucken, zu sprechen und zu atmen.

Das Bewusstsein der erkrankten Menschen jedoch bleibt klar.

Auch andere Tanzgruppen spendeten für die Stiftung um deren Vorstands- vorsitzende Jetty Bohn. Gernot Bohn (1955–2017) hatte die Stiftung 2014 ins Leben

gerufen, nachdem bei ihm selbst ALS diagnostiziert worden war.

Im sozialen Netzwerk Facebook schlug der Spendenaufruf Natalie Fuhrs hohe Wellen. „Mein Leben und das meiner Familie änderten sich 2015 von heute auf morgen schlagartig, als nach langem Hin und Her die Diagnose feststand“, erklärte Natalie Fuhr. „Für mich war klar, ich bin 24 Stunden da für meine Mutter“, erinnerte sich die junge Frau. Die Gernot-Bohn-Stiftung griff der Familie in großem Umfang unter die Arme. Vieles sei ihnen im Alltag ermöglicht und erleichtert worden.

Ein von der Stiftung finanzierter Sprachcomputer vereinfachte die Kommunikation mit Fuhrs Mutter. „Sie hatte den Herzenswunsch, noch einmal an die Nordsee zu reisen“, schilderte Natalie Fuhr unserer Zeitung. Von der Gernot- Bohn-Stiftung erhielt die Familie einen elektrischen Rollstuhl, der dies ermöglichte. „Es sind wahre Engel!“, lobte sie und umarmte Jetty Bohn, die die Stiftung nach dem Tod ihres Mannes übernommen hatte, in der Turnhalle herzlich. Mit ihrem Team berät Bohn Angehörige zu allen Einzelheiten. Nicht nur mit einer kleinen Spendenbox sammelten die Secret

Motions Geld für die Stiftung: Auch ihr Preisgeld aus dem Wettbewerb ließen sie ihr zukommen. Das Gleiche taten die Tanzgruppen Revived Generation (Armsheim), Magic Elements (Framersheim) und Crew Eskalation (Hochstetten-Dhaun). Zusammen mit einer nachträglichen Spende der Showtanzgruppe Starlights aus Kappel wurden 700 Euro zusammengetragen.

„Was mein Mann mir hinterließ, war schon schwer“, meinte Jetty Bohn mit Blick auf die Zeit, nachdem ihr Mann und Stiftungsgründer verstorben war. „Ich dachte mir

manchmal: Wie soll ich das schaffen? Aber es war sein ‚drittes Kind‘, und heute weiß ich zu 300 Prozent, er hatte recht, dass es die Stiftung geben muss“, so die Vorstandsvorsitzende.

Dass sich nun so viele junge Menschen für ihre ALS-Stiftung einsetzen, rührt und begeistert Jetty Bohn, erfüllt sie mit Dankbarkeit. Über die Ursache der Krankeit und eventuelle Heilungschancen ist noch nicht allzu viel bekannt, weshalb die Gernot Bohn-Stiftung auch immer wieder wissenschaftliche Forschungen finanziell vorantreibt.

„Angehörigen wollen wir auch mal eine Auszeit schenken. Bei dieser Krankheit hat man den Tod unmissverständlich vor Augen. Sie ist selten, kommt aber zunehmend

häufiger vor“, beschrieb Bohn und nannte ihr bekannte aktuelle Diagnosen aus Kirn, Bad Sobernheim und Monzingen. eco