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Zeitungsartikel

Das ganze Leben änderte sich nach ALS-Diagnose schlagartig

Uncategorised Posted on Sa, November 09, 2019 14:43:56

Secret Motion spendet 700 Euro für Stiftung – Mutter einer Tänzerin war betroffen

Bad Sobernheim/Simmertal. 

Mitte Oktober ergriffen junge Frauen der Showtanzgruppe Secret Motion aus Simmertal die Initiative, bei einemTanzwettbewerb Spenden für die Bad Sobernheimer Gernot-Bohn-ALS-Stiftung zu sammeln.

Ein Scheck in Höhe von 700 Euro konnte daher jetzt in der VfL-Turnhalle in Simmertal offiziell überreicht werden.

Natalie Fuhr (28) von den Secret Motions verlor 2017 ihre Mutter an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), eine bisher nicht heilbare degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Betroffene erleiden nach und nach einen Verlust

sämtlicher Muskelfunktionen, weshalb die Bewegungsfreiheit fortschreitend abnimmt. 

Im Laufe der Erkrankung fällt es den Betroffenen zunehmend schwer, zu schlucken, zu sprechen und zu atmen.

Das Bewusstsein der erkrankten Menschen jedoch bleibt klar.

Auch andere Tanzgruppen spendeten für die Stiftung um deren Vorstands- vorsitzende Jetty Bohn. Gernot Bohn (1955–2017) hatte die Stiftung 2014 ins Leben

gerufen, nachdem bei ihm selbst ALS diagnostiziert worden war.

Im sozialen Netzwerk Facebook schlug der Spendenaufruf Natalie Fuhrs hohe Wellen. „Mein Leben und das meiner Familie änderten sich 2015 von heute auf morgen schlagartig, als nach langem Hin und Her die Diagnose feststand“, erklärte Natalie Fuhr. „Für mich war klar, ich bin 24 Stunden da für meine Mutter“, erinnerte sich die junge Frau. Die Gernot-Bohn-Stiftung griff der Familie in großem Umfang unter die Arme. Vieles sei ihnen im Alltag ermöglicht und erleichtert worden.

Ein von der Stiftung finanzierter Sprachcomputer vereinfachte die Kommunikation mit Fuhrs Mutter. „Sie hatte den Herzenswunsch, noch einmal an die Nordsee zu reisen“, schilderte Natalie Fuhr unserer Zeitung. Von der Gernot- Bohn-Stiftung erhielt die Familie einen elektrischen Rollstuhl, der dies ermöglichte. „Es sind wahre Engel!“, lobte sie und umarmte Jetty Bohn, die die Stiftung nach dem Tod ihres Mannes übernommen hatte, in der Turnhalle herzlich. Mit ihrem Team berät Bohn Angehörige zu allen Einzelheiten. Nicht nur mit einer kleinen Spendenbox sammelten die Secret

Motions Geld für die Stiftung: Auch ihr Preisgeld aus dem Wettbewerb ließen sie ihr zukommen. Das Gleiche taten die Tanzgruppen Revived Generation (Armsheim), Magic Elements (Framersheim) und Crew Eskalation (Hochstetten-Dhaun). Zusammen mit einer nachträglichen Spende der Showtanzgruppe Starlights aus Kappel wurden 700 Euro zusammengetragen.

„Was mein Mann mir hinterließ, war schon schwer“, meinte Jetty Bohn mit Blick auf die Zeit, nachdem ihr Mann und Stiftungsgründer verstorben war. „Ich dachte mir

manchmal: Wie soll ich das schaffen? Aber es war sein ‚drittes Kind‘, und heute weiß ich zu 300 Prozent, er hatte recht, dass es die Stiftung geben muss“, so die Vorstandsvorsitzende.

Dass sich nun so viele junge Menschen für ihre ALS-Stiftung einsetzen, rührt und begeistert Jetty Bohn, erfüllt sie mit Dankbarkeit. Über die Ursache der Krankeit und eventuelle Heilungschancen ist noch nicht allzu viel bekannt, weshalb die Gernot Bohn-Stiftung auch immer wieder wissenschaftliche Forschungen finanziell vorantreibt.

„Angehörigen wollen wir auch mal eine Auszeit schenken. Bei dieser Krankheit hat man den Tod unmissverständlich vor Augen. Sie ist selten, kommt aber zunehmend

häufiger vor“, beschrieb Bohn und nannte ihr bekannte aktuelle Diagnosen aus Kirn, Bad Sobernheim und Monzingen. eco



Nentwig wurde überrascht

Uncategorised Posted on Mi, September 11, 2019 08:56:52

Mittwoch, 11. September 2019, Oeffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach – Wilhelm Leyendecker

Mit großem Hallo wurde der Extremläufer Axel Nentwig bei einem Überraschungsempfang von Verwandten, Freunden und der Booser Ortsverwaltung begrüßt (von links): Ortsbürgermeister Sascha Wickert, der Beigeordnete Eckhard Hoseus, Axel und Gerlinde Nentwig und Stiftungs-Vorstandsmitglied Jürgen Steuerwald. Foto: Wilhelm Leyendecker

Empfang für Extremläufer

Boos. Da war Axel Nentwig doch ganz schön überrascht, als er am Samstagnachmittag unter einem Vorwand zum Booser Backes gelockt wurde. Verwandte und Freunde hatten dem Extremläufer nach seinem erfolgreichen Deutschlandlauf dort einen spontanen Empfang bereitet. Auch Ortsbürgermeister Sascha Wickert zollte dem Läufer großen Respekt. Dieser habe mit seinem Lauf beste Werbung für seinen Heimatort Boos gemacht.

Nentwig war am 18. August gemeinsam mit 40 weiteren Läufern an der Nordspitze der Insel Sylt zu einem Lauf quer durch Deutschland mit dem Ziel Zugspitze gestartet. Doch es lief nicht ganz nach Plan. Nach sieben Tagen und 450 Kilometern und erheblichen körperlichen Beschwerden kamen Nentwig ernstliche Bedenken, ob das Ganze überhaupt zu schaffen sei. Auf den Rat eines alten Hasen hin setzte er drei Tage aus und begleitete die Läufer per Wohnmobil mit seiner Frau Gerlinde, ehe er dann wieder voll einstieg.

In Heimatnähe, der Lauf berührte Bingen, feuerten ihn Verwandte und Freunde an, darunter die Radbegeisterten Berthold Schick, Eckhard Hoseus mit Tochter Katharina aus Boos. Sie begleiteten Nentwig bei Worms ein Stück per Rad. Doch später dann ein weiterer Schock: Gerlinde hatte erhebliche Schwierigkeiten mit dem Wohnmobil. Und auch wegen großer Beschwerden mit dem Sprunggelenk setzte Axel erneut aus, um später die letzten beiden Etappen bis zum Ziel mitzulaufen. Von den ursprünglich 1340 Streckenkilometern hatte er schließlich immerhin 1050 Kilometer zu Fuß laufend hinter sich gebracht.

Nur aus der Gipfelbesteigung der Zugspitze wurde es nichts. Das Wetter spielte nicht mit. Ein früher Wintereinbruch zwang die Veranstalter, die letzte Etappe bis zur Reintalangerhütte auf knapp 1490 Metern zu verkürzen. Und die legte Axel Nentwig gemeinsam mit seiner sportlichen Ehefrau zurück.

Am Booser Backes wirkte Axel Nentwig frisch und munter, die Strapazen lagen hinter ihm. Gefragt nach der Motivation zu diesem Lauf, antwortete er, dass dies zunächst die beim Lauf eingesammelten Spenden für die Gernot Bohn-ALS-Stiftung und den Kinderschutzbund Bad Kreuznach seien. Aber auch seine körperlichen und mentalen Grenzen wollte er kennenlernen. Seine persönlichen Empfindungen und Gefühle während des Laufs fasste er mit einem Goethe-Zitat zusammen: „Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern vor allem, um unterwegs zu sein.“